Peter Bittner, Jahrgang 1966, ist leidenschaftlicher Querdenker. Nach fachübergreifenden Studien (Informatik, Wirtschaftswissenschaften, Philosophie, Soziologie) hat er über viele Jahre Lehre und Forschung in den Bereichen „Interdisziplinäre Technikforschung“ und „Informatik und Gesellschaft“ betrieben. Er ist u.a. Mitbegründer der Buchreihe „Kritische Informatik“, des Arbeitskreises „Videoüberwachunmg und Bürgerrechte“ im Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung sowie des Arbeitskreises „Überwachungstechnologien“ in der Gesellschaft für Informatik. Für 13Seiten.com schreibt er über Kameraüberwachung.

“Chico” ist Leiter der Breakdanceconnection, er lebt in Berlin und ist Sohn chilenischer Eltern. Chico ist ein bekannter Breaker aus den 1980er Jahren. Für ihn war die Straße eine Chance: „Die Straße war für mich eine Integrationsmaschine: Sie war der Ort, an dem ich breaken lernte“. HipHop sei immer ein Sprachrohr gewesen, das den Marginalisierten die Möglichkeit gab, gehört zu werden. Für 13Seiten tanzt er nicht, er schreibt.

Uta Döring ist Politikwissenschaftlerin und Autorin mehrerer Buchbeiträge zum Schwerpunkt Rechtsextremismus und Antisemitismus. Döring schreibt in dieser Ausgabe über den Begriff der National Befreiten Zone. Der Artikel ist ein Vorabdruck eines Buchbeitrages.

Rainer Erhardt ist Betreiber der Firma „Pro-Urbano“ und hat ein Ziel: Die Wände von Graffiti zu befreien. Darüber schreibt er auch für 13Seiten. Als er vor Jahren Graffiti an seinem eigenen Haus entdeckte, veränderte sich das Leben des heute 50jährigen Kaufmanns schlagartig. Graffiti sei nichts anderes als Vandalismus, stellte er für sich fest, darum müsse es beseitigt und verhindert werden. Seitdem bietet seine Firma diverse Serviceangebote zur Entfernung von Graffiti, sowie vorbeugende Maßnahmen zum Schutz an.

Jan Fuhse, 1975 geboren, ist Soziologe und Autor einiger Bücher, wie Theorien des politischen Systems (VS 2005), Ethnizität, Akkulturation und persönliche Netzwerke von italienischen Migranten (Barbara Budrich 2008), Technik und Gesellschaft in der Science Fiction (Herausgeber, LIT, erscheint 2008). Er lebt in den USA und forscht über Straßen-Gangs. Das schönste Charakteristikum der Straße besteht für ihn darin, dass man die Öffentlichkeit nicht nur dazu benutzen kann, um von A nach B zu kommen. Z.B. kann man auch ausgezeichnet eine Gang gründen, worüber er in seinem Beitrag berichtet.

Gould ist Street Art-Aktivist und verklebt Plakate im öffentlichen Raum. Außerdem setzt er sich inhaltlich mit dem Phänomen Street Art auseinander, er arbeitet derzeit mit weiteren Aktivisten an einem Buch und veranstaltet gerne Spaziergänge zum Thema Street Art. Persönlich interessiert Gould die Straße vor allem als ein Medium, das allen offen steht. Am liebsten würde er auf die Innenseiten aller Haustüren Schilder anbringen, auf denen steht: „Sie betreten jetzt die Staße. Bitte hinterlassen Sie sie so, wie Sie sie vorfinden möchten. Danke!“

Katrin Klitzke ist 33 Jahre alt und Mitherausgeberin des Buches “Street Art. Legenden zur Straße”, das Ende 2009 erschienen ist. Die Soziologin und Europäische Ethnologin arbeitet momentan außerdem als Redakteurin und freie Autorin zu stadtethnografischen Themen. Als Wissenschaftlerin ist sie zu unumstößlichen Prognosen gelangt: Sponge Bob und die Oompa Loompas führen uns ins Paradies, am Ende wird Katrin Klitzke zum glücklichsten Menschen der Welt.

Oliver Koch, geboren 1979 in Hamburg, ist Soziologe und Musiker. Ersteres aus Neugier, letzteres aus Bestimmung, beides aus Passion.  Er lebt in Berlin, wundert sich täglich über die Stadt, lässt die Zeitung beim Umblättern in der U-Bahn knallen und ist kein Optimist. Oliver Koch spielte ein Jahrzehnt in der Gitarrenpopband Tomte, heute ist er neben seiner Tätigkeit für 13seiten.com Chefredakteur des Magazins Opak.

Michael Krahn ist über 50 Jahre alt, leitet das Wohnprojekt „motz“, ist Redakteur und Fotograf bei „motz-life“ und lebt in Berlin-Friedrichshain. Zentrale Motivation seiner jetzigen Tätigkeit ist seine eigene „Trockenlegung“ nach 25 Jahren Alkoholmissbrauch. Mit dem Begriff „Straße“ verbindet er überhaupt nichts Positives, empfiehlt deshalb zum Thema „Wohnsitz Nirgendwo“ vom Künstlerhaus Bethanien. Das Leben ist heute so lebenswert, weil er Menschen sehen darf, die nüchtern fröhlich sein können, ein Familienleben ohne Streit möglich ist, und ein Paar neuer Schuhe nicht mehr als Luxus ansehen muss.

Dr. Motte, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Matthias Roeingh heißt, ist eigentlich alles, was mit Musik zu tun hat: Musiker, DJ, Labelmacher. Schon als 4-Jähriger unternahm er erste Versuche, das Orchester im Lautsprecher mit dem Kochlöffel zu dirigieren, was ihm scheinbar auch gelang. Heute zählen zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen: 3phase feat. Dr. Motte „Der Klang der Familie“, Dr. Motte & Westbam „Sunshine“ sowie vieles mehr. Vor vielen Jahren hat er die Love Parade erfunden und elektronische Musik auf den Straßen etabliert. Für 13Seiten berichtet er über seine Erfahrungen.

Bernhard Nahrendorf lebt als praktizierender Psychoanalytiker im hessischen Gießen. Geboren wurde Nahrendorf in Hannover, ehe er zum Studium nach Giesßen zum Psychologiestudium zog. Nahrendorf bereiste über viele Jahre hinweg den halben Globus, nicht mit der Bahn und auch mit keinem Flugticket: per Anhalter mit dem Daumen. Er lernte auf seinen Wegen nicht nur Bands wie Nazareth kennen, er kam auch bis Kolumbien. Für 13Seiten schreibt er über den Niedergang der Tramperkultur.

Julia Reinecke, 29 Jahre alt, ist Buch-Autorin von “Street-Art. Eine Subkultur zwischen Kunst und Kommerz” sowie freie Journalistin. Neben ihrer Begeisterung für Street-Art arbeitet Reinecke für Radiosender wie Deutsche Welle und im Moment vor allem als Reporterin für Online Fernsehen. Reinecke trägt gerne komische Brillen, sie mag Musik wenn sie laut ist und eines ihrer Hobbies ist “Fahrradpolo”. Bitte was?

Ricoloop ist die „One Man Jam“. So virtuos er sein Projekt betreibt, so sind auch die Klangbilder und Soundskulpturen, die er mithilfe diverser Instrumente kreiert. Ricoloop lernte das Musizieren auf den Straßen dieser Welt. Als junger Libertin bereiste er die gesamte Erde, zahlreiche internationale Engagements halten ihn jedoch immer wieder davon ab, irgendwo ansässig zu werden. Ricoloop macht sich immer wieder aus dem Staub, weil er die Musik so sehr liebt, weil er sich mit den Menschen so verbunden fühlt und lernen will. Darüber schreibt Ricoloop für 13Seiten.com.

Dieter Rucht, 1946 in Kempten geboren, ist Demonstrationsforscher, Honorar-Professor an der Freien Universität Berlin und Ko-Leiter der Forschungsgruppe „Zivilgesellschaft, Citizenship und politische Mobilisierung in Europa“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Rucht ist Autor zahlreicher Bücher und Buchbeiträge zum Thema Protest und Mobilisierung. Für 13Seiten.com skizziert er den historischen Verlauf des Straßenprotests.

[SaU] – ah ja, das ist doch die berühmteste aller Buchstabenfolgen auf verdreckten Autorückscheiben! Nein, damit hat [SaU] wirklich gar nichts zu tun. Hinter dieser Abkürzung versteckt sich das „Seminar für angewandte Unsicherheit“. [SaU] versteht sich als Gruppe von AktivistInnen, die mit öffentlichen Aktionen und Veranstaltungsreihen bewusst Unsicherheit gegen Kontroll- und Überwachungswahn auf den Straßen verbreiten.

Christian Schmidt ist Kulturwissenschaftlter und freier Mitarbeiter im Archiv der Jugendkulturen e.V. in Berlin. Seit 2003 schreibt er Kolumnen und Rezensionen im Journal der Jugendkulturen und anderen Publikationen und ist seit über 14 Jahren (Mit)Herausgeber diverser Fanzines.  Zusammen mit Katrin Klitzke gibt er zudem das Buch “Street Art. Legenden zur Straße” heraus und ist Autor mehrerer Buchbeiträge, unter anderem zum Schwerpunkt Straße und Protest.

Walter Schreifels, geboren 1969 in New York City, ist Musiker und Produzent. Ende der 80er Jahre war Schreifels einer der Protagonisten der New-York-Hardcore-Szene und erlebte den Wandel von New Yorker-Stadtteilen als Bewohner der Lower East Side. Er spielte in den einflussreichen Bands Youth of Today und Gorilla Biscuits, die mittlerweile zu Legenden geworden sind. Später gründete er die nicht minder bedeutende Band Quicksand, schrieb Songs für CIV, rief Rival Schools ins Leben, sein aktuelles Projekt heißt Walking Concert. Er lebt heute in Berlin-Neukölln und zählt sicherlich zu den sympathischsten Künstlern dieser Stadt.

Marcus Staiger ist Chefredakteur des Online-Mediums rap.de. Ende der Neunziger gründete er zunächst sein Label “Royal Bunker” und ließ phallisch überspitzte Reime in Plattenrillen pressen. Sein Label stand wie kein zweites für den Berliner Untergrund im Bereich HipHop und für Street-Credibility. Für 13Seiten.com schreibt der aus Baden Württemberg Stammende: „Die Glorifizierung der Straße im HipHop hängt eng mit dem Gedanken zusammen, Menschen ohne Geld seien authentischer. Wahrscheinlich haben wir einfach auch zu viel Michael Ende gelesen“. Das und noch vieles mehr folgert Marcus Staiger in dieser Ausgabe.

Hauke Striewe ist ein linker Hund. So zumindest lautet seine Website (www.linkerhund.de). Striewe stammt aus Bremen, zog dann aber in die Hauptstadt, um vielerlei Demonstrationen auf der Straße zu organisieren. Striewe ist mittlerweile Betreiber des Berliner Klubs Lovelite. Für 13Seiten.com schreibt er über die sozialpolitische Einordung des Straßenprotests. Striewe: „Protestkultur ist zu einem medialen Produkt verkommen, und häufig dient sie nur zum Prestigegewinn“.

Jens Thomas ist Soziologe, er arbeitet als freier Dozent und ist Chefredakteur von www.polli-magazin.de, dem ersten Medium in Deutschland, für das sowohl junge Journalisten als auch Politiker schreiben. Er ist Autor mehrerer Buchbeiträge und als freier Autor tätig, mitunter für Telepolis, Kommune - Forum Politik Ökonomie Kultur, testcard und für viele bundesweite Tageszeitungen.

Thees Uhlmann, geboren 1974, ist vieles auf einmal. Er ist Sänger und Gitarrist der Band Tomte, spielte mit der Hansen Band im Film „Keine Lieder über Liebe“ und ist Mitbegründer des Hamburger Plattenlabels Grand Hotel van Cleef. Als Journalist arbeitete er für diverse Magazine, wie z.B. Intro, Spex, Musikexpress, Übersteiger etc. und veröffentlichte im Jahre 2000 „Wir könnten Freunde werden – Die Tocotronic Tourtagebücher“. Thees Uhlmann lebt zwar in Berlin, ist aber überzeugter Norddeutscher und erlebte als Bewohner den Wandel von St.Pauli hin zum heutigen Szene-Kiez. Darüber berichtet er in dieser Ausgabe.

Steffen Wenzel, Jahrgang 1967, studierte an der Universität in Gießen Politik und Geographie. 1998 promovierte er zum Thema moderne Jugendkulturen am Beispiel Streetball. Er ist Mitgründer und Vorstandsvorsitzender von politik-digitale.de, Deutschlands bekanntester Website zum Thema Politik und Internet (Grimmepreisträger 2001) sowie Autor und Herausgeber diverser Artikel und Bücher zum Thema Jugendkultur. Für 13Seiten.com berichtet Wenzel über den Straßensport als Mittel zum distinktiven Zweck.




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